Stadt Neu Isenburg

Ausstellungen | Ausstellungseröffnung

Von Ketten und Kronen - Anny Schlemm und Franz Völker

Eine Hommage an zwei Neu-Isenburger Sänger

Dienstag, 14.4.2026, 18.30 Uhr, Hugenottenhalle, Tiefgarage.

Eintritt frei.

Im vergangenen Jahr ehrte und erinnerte die Stadt Neu-Isenburg an zwei ihrer bekanntesten Kinder: Franz Völker und Anny Schlemm. Zum Programm gehörte, nebst Operntag und Sonderausstellung 2025, auch eine Konzert-Matinée im Februar 2026.

Doch Erinnerungskultur kann und muss vielfältige Formen annehmen, wenn die betreffenden Personen auch im Alltag präsent bleiben sollen. Hierfür wählten die Fachbereiche Kultur sowie Kultur- und Bildungszentrum ein ungewöhnliches Format, in einer Umgebung die Manche als „Unort“ bezeichnen würden: die Tiefgarage der Hugenottenhalle.

Im Herbst/ Winter 2025 schuf der Künstler Daniel Eyrich ein Wandbild mit passender Soundcollage, die das Werk dieser zwei herausragenden Persönlichkeiten der deutschen Operngeschichte würdigen sollen. In einer vielschichtigen Bildsprache entfaltet sich – von links nach rechts – eine Reise durch ihre künstlerischen Rollen, ihre Entscheidungen und inneren Aufbrüche.

Der Notenschlüssel für Tenore ganz links eröffnet den Bildraum. Die schweren Ketten aus Fidelio stehen für Franz Völkers Befreiung und seinen Neubeginn als Kammersänger. Daneben öffnet sich das Bühnenbild aus Wagners Walküre und verweist auf Völkers Bayreuther Jahre während es die Verstrickung von Kunst, Mythos und Zeitgeschichte thematisiert. Der Riss in Yggdrasil, der Weltenesche, deutet die Risse jener Ära an – politische wie persönliche. Das in den Boden gerammte Schwert aus Lohengrin, Völkers Lieblingsrolle, symbolisiert den Moment der Verweigerung und des Rückzugs – die Abkehr von Macht und Ideologie.

Im rechten Teil tritt Anny Schlemm hinzu: Der Sopran-Schlüssel und die Figur mit dem Vertrag verweisen auf die Oper Die verkaufte Braut – Sinnbild ihrer Eigenständigkeit und ihres künstlerischen Eigensinns. Über der Figur schwebt die mächtige Kette der Klytämnestra aus Elektra, als Zeichen ihrer Transformation vom Sopran zum Mezzosopran – ein mutiger Schritt zu neuer Ausdruckskraft. Die Rosenkrone aus ihrer Lieblingsrolle in Ritter Blaubart beschließt das Werk: als Symbol der Freude, des Erfolgs und der inneren Freiheit.

 

Am 14.4. endet die aktuelle Abo-Saison mit dem Musical „Sissi. So nah wie nie“. Aus diesem Anlass lädt der Fachbereich zu einem Künstlergespräch mit Daniel Eyrich ein, der Wandgemälde und Soundcollage erläutert.

  • Beginn: 18.30 Uhr
    Teilnahme ist kostenlos

 

Für das Musical „Sissi. So nah wie nie” im Anschluss sind noch Karten erhältlich, ab 27,- € bei Frankfurt Ticket Rhein Main in der Hugenottenhalle, Tel.: 069 - 13 40 400. www.frankfurt-ticket.de sowie bei allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Weitere Informationen und Musikbeispiele zu Franz Völker und Anny Schlemm sind im Stadtmuseum Haus zum Löwen ausgestellt. Den beiden Künstlern ist eine eigene Abteilung gewidmet, außerdem finden regelmäßig klassische Konzerte und Liederabende statt. 

www.haus-zum-loewen.de, Löwengasse 24, Neu-Isenburg

(Kulturbüro, Tel.: 06102 / 747-416)

Erläuterungen und Hinweise