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Bertha Pappenheim kommt 1888
mit ihrer Mutter nach Frankfurt. Die ausgebildete Krankenpflegerin
arbeitet in jüdischen Hilfsorganisationen mit, beschäftigt
sich mit Frauenrechten und tritt für eine allgemeine Berufsausbildung
für Mädchen ein. Ab 1900 ist sie als ehrenamtliche Armenpflegerin
maßgeblich an der Einrichtung städtischer Institutionen
zur Armenpflege, wie dem Arbeitsamt, dem Wohnungsamt und dem Jugendamt
beteiligt. Die steigende Zahl jüdischer Prostituierter aus Osteuropa
macht Bertha Pappenheim mit den Problemen des Mädchenhandels
vertraut.
1904 wird auf Bertha Pappenheims Initiative hin der Jüdische
Frauenbund von Deutschland (JFB) gegründet, dessen
erste Vorsitzende sie wird. Ziele des JFB sind soziale
Hilfstätigkeiten sowie die Koordination der Arbeit
verschiedener lokaler Hilfs- und Wohltätigkeitsvereine,
Kampf gegen den Mädchenhandel, Förderung
des Erwerbslebens jüdischer Frauen und Mädchen
sowie die Verbesserung der weiblichen Bildung und
Berufsausbildung.
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1906 stellt Bertha Pappenheim
ihre Idee eines Schutz- und Erziehungsheimes der Öffentlichkeit
vor: Sie will gefallenen Mädchen und ihren Kindern
helfen; den jungen Jüdinnen ein neues Zuhause schaffen, sie erziehen
und ausbilden, um sie auf ein eigenständiges Leben vorzubereiten.
1907 kann sie ihr Vorhaben in Neu-Isenburg verwirklichen. Louise
Goldschmidt, eine Vewandte Bertha Pappenheims, schenkt dem Jüdischen
Frauenbund ein Haus in der Taunusstraße. Die Gründung
des Heimes wird vor allem durch Spenden aus dem Frankfurter jüdischen
Bürgertum finanziert.
Das Heim Isenburg
Die Heimordnung fordert von den Bewohnerinnen große
Disziplin. Die Kleidung muss schlicht sein, die
Frauen und Mädchen dürfen weder rauchen
noch trinken oder sich in Lokalen aufhalten. Damit
will Bertha Pappenheim verhindern, dass sie erneut
in ein durch Alkohol
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