Die Organisation und der Verlauf des Streiks wurden von der Presse mit regem Interesse verfolgt, auch deshalb, weil es Frauen nach dem Preußischen Staatsrecht verboten war, sich politisch zu betätigen.

Nahezu alle Berufe wurden in Neu-Isenburg in Heimarbeit ausgeübt. Das Leben im 18. und 19. Jahrhundert war von Armut geprägt. Das änderte sich erst, als um die Jahrhundertwende die Stadt mit Elektrizität, Gas und Wasser versorgt wurde. Die Verkehrsbedingungen waren günstig, denn Neu-Isenburg war an die Main-Neckar-Bahn angeschlossen und die Waldbahn, eine Dampfstraßenbahn, garantierte eine direkte Verbindung nach Frankfurt. Gewerbegebiete wurden erschlossen und namhafte

  Ein typisches
„Arme-Leute-Essen“:
ein Pfund Brot: 15 Pfennige
ein Hering: 4 – 5 Pfennige
ein Pfund Kartoffeln:
9 Pfennige.
Der Tageslohn:
1,20 – 1,30 Mark.
Industriefirmen siedelten sich an. Auch hiervon finden sich im Museum viele Zeugnisse: Exponate verschiedener Filmprodukte und Fotoapparate erinnern an die früheren ADOX-Fotowerke, Dr. Schleussner (später DUPONT, heute Agfa).

Das „Frankfurter Würstchen” spielt eine große Rolle in Neu-Isenburg, schließlich wurde es hier hergestellt und in alle Welt verschickt. Ebenso bedeutend ist der Apfelwein, der in vielen Gaststätten der Stadt gekeltert wurde. Die „historische Apfelweinstube” im Museum erinnert daran, dass Neu-Isenburgs Gaststätten schon im 18. Jahrhundert beliebte Ausflugsziele waren. Eine „gute Stube”, die sich im 19. Jahrhundert nur wenige Isenburger leisten konnten, ist ebenso ausgestellt, wie eine Küche aus der Zeit um 1910.

 



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