Die Hugenotten, die sich in Neu-Isenburg niederließen, waren Handwerker. Die Strumpfwirkerei war einer der Haupterwerbszweige der Siedler im ausgehenden 18. Jahrhundert, woran ein großer Strumpfwirkstuhl erinnert. Die seidenen Strümpfe, die darauf gewirkt wurden, konnten selbst in Dänemark, Ungarn und der Schweiz abgesetzt werden. Durch die Einführung des mechanischen Webstuhls begann der Niedergang der traditionellen Strumpfwirkerei.

       

 

Wäscherei Hickler um 1905, an der Ecke Bahnhofstraße – Waldstraße. In über 100 Wäschereien wuschen Frauen die Wäsche der wohlhabenden Frankfurter Bürgerfamilien. Die „Isenburger Rasenbleiche“ wurde zum Gütesiegel.

 
   

In der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Hasenhaarschneiderei zum wichtigsten Handwerk: Die Hasenfelle wurden geschoren, die feinen Haare verfilzt und aus dem Haarfilz Hüte gemacht. Die Nähe zur Offenbacher Lederwarenindustrie begünstigte ein weiteres Handwerk der Hugenotten: Portefeuiller, auch „Babbscher“ genannt, fertigten aus Leder Portemonnaies, Handtaschen, Koffer und andere Behältnisse. Im Laufe des 19. Jahrhunderts gewann das Schreinerhandwerk an Bedeutung. Viele kleine Schreinereien stellten für Frankfurter Großhändler in Heimarbeit Kleinmöbel her, aber auch einige selbständige Handwerksbetriebe und Möbelfabriken konnten sich etablieren.

Zum wichtigsten Erwerbszweig entwickelte sich im 19. Jahrhundert das Wäschereigewerbe. In über 100 Wäschereien wuschen Frauen die Wäsche der wohlhabenden Frankfurter Bürgerfamilien. Die „Isenburger Rasenbleiche“ wurde zum Gütesiegel. Die Arbeitsbedingungen waren drückend und die Wäscherinnen organisierten sich 1897, um durch einen Ausstand eine Erleichterung ihrer Verhältnisse zu erreichen.

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© Stadtarchiv
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