
zur Geschichte Neu-Isenburgs bietet das Faltblatt "Auf den Spuren der Neu-Isenburger Geschichte. Ein historischer Rundgang durch den Alten Ort".
Verein für Geschichte, Heimatpflege und Kultur (GHK) e.V. (Hg.),
Neu-Isenburg, 2004.
Erhältlich im Stadtmuseum "Haus zum Löwen" im Bürgeramt und im Rathaus, sowie unter www.ghk-neu-isenburg.de.
Informationen zum Streckenabschnitt Neu-Isenburg erhalten Sie in dem Flyer "Europäischer Kulturfernwanderweg – Auf den Spuren der Hugenotten & Waldenser":
Downlad PDF (1,6 MB)
2009 wurde in der Hugenottenstadt Neu-Isenburg ein Trägerverein gegründet, der sich für die Umsetzung dieser Ziele und die Realisierung des Kulturfernwanderweges in Deutschland einsetzt. Hugenotten- und Waldenserpfad e. V., 1. Vorsitzender Bürgermeister Herbert Hunkel, c/o Rathaus Stadt Neu-Isenburg, Hugenottenallee 53, 63263 Neu-Isenburg, www.hugenotten-waldenserpfad.eu
Ende des 17. Jahrhunderts flohen etwa 250.000 französisch-reformierte Christen, Hugenotten und Waldenser, in protestantische Länder, weil sie in ihrer Heimat verfolgt wurden. Von der südfranzösischen Dauphiné und aus den Tälern des Piemonts, führte die verbotene Flucht in vielen Fällen über die Schweiz nach Deutschland.
Der Hugenotten- und Waldenserpfad führt auf dem histrischen Fluchtweg der Hugenotten aus der Dauphiné von Poët-Laval im Drôme-Gebiet über Genf nach Baden-Würtemberg und weiter durch Hessen bis Bad Karlshafen. Die europäische Wegroute durchquert Länder, Kulturen und Landschaften, präsentiert regionale Erlebnisräume und stellt das Kulturerbe in seinem thematischen Reichtum vor – ein besonderes touristisches, kulturelles, gastronomisches Angebot für Fern- und Tageswanderer.
Der Streckenabschnitt Neu-Isenburg des Kultufernwanderweges Hugenotten- und Waldensepfad beginnt an der nördlichen Stadtgrenze von Mörfelden-Walldorf. Start ist am Badesee Walldorf. Das Wanderzeichen führt gemeinsam mit dem Radweg Nr. 19 zunächst nach links, direkt an der Umzäunung des Sees entlang. Ein kurzes Wegstück mit starkem Verkehrslärm parallel zur A5 ist schnell passiert, ebenso die Strecke entlang der Bahn, bevor es rechts in die Weißsandkautschneise geht. An der nächsten Wegbiegung zweigt links die Hundertmorgenschneise ab, die auf geradem Weg nach Zeppelinheim führt.
Der Stadtteil Zeppelinheim wurde 1937 als Siedlung für die Beschäftigten des Flug- und Luftschiffhafens Rhein-Main gegründet. Informationstafeln am Zeppelin-Museum erläutern Näheres. Nach kurzer Leserast geht es auf der Hundertmorgenschneise weiter. Am Ortsausgang liegt rechts der Waldfriedhof Zeppelinheim, auf dem viele berühmte Luftschiffer begraben sind.
An der dritten der folgenden Wegkreuzungen, der Mittelschneise, führt die Strecke, die nun auch mit dem Wanderzeichen des Regionalparks Rhein-Main bezeichnet ist, über die Brücke der B44. An der nächsten größeren Kreuzung verlässt sie den Regionalpark-Weg und biegt links in den Isenburger Weg ab. Das Naturschutzgebiet Gehspitzweiher liegt am rechten Wegrand. Eine Informationstafel erläutert die Besonderheiten der Gemarkung.
Am nördlichen Ende der Kiesgrube biegt der Hugenotten- und Waldenserpfad vom Hauptweg rechts in einen schmalen, holprigen Weg ab. Oberhalb der Kiesgrube verläuft er nun auf sandigem Boden, bis rechts ein Holzgeländer erscheint. Hier folgt der Weg nach links der Fasanenschneise. Er weist, gemeinsam mit dem Regionalparkzeichen und dem Radweg Nr. 17, geradeaus nach Neu-Isenburg. Kurz vor der Stadt wird ein großer Parkplatz passiert.
Durch die Bahnhofsunterführung geht es zum Bahnhofsvorplatz. Der Bahnhof wurde bereits 1852 für die Main-Neckar-Bahn gebaut und ermöglichte Neu-Isenburg schon früh die Anbindung an die Region. Die Bushaltestelle wird, der Bahnhofstraße folgend, überquert.
Auf der anderen Straßenseite kommt man durch die Kronengasse in den Alten Ort. 250 m x 250 m umfasste die hugenottische Ursprungssiedlung. Der Marktplatz bietet mit seinem barocken Grundriss ein Beispiel moderner Stadtplanung des 17. und 18. Jahrhunderts. 1702 bauten die Hugenotten hier ihre erste Kirche ("Temple"). Die Evangelisch-Reformierte Gemeinde am Marktplatz folgt auch heute noch der kirchlichen Tradition der ersten Siedler.
Durch die Pfarrgasse geht es zur Alten Schule. Sie wurde 1704/4 als erste Schule der französisch-reformierten Gemeinde erbaut. "Vom Leben im welschen Dorf" weiß die junge Hugenottin zu berichten, deren Leben hier nachzulesen ist.
Die Pfarrgasse geht in die Bansastraße über, die zur Bansamühle führt. Sie wurde 1705 von Andreas Loeber, dem Baumeister der Neu-Isenburger Siedlung, als Wohnhaus errichtet. Das dahinter liegende Gelände des Bansaparks wurde bis ins 20. Jahrhundert wirtschaftlich genutzt: Die natürlichen Feuchtwiesen dienten den zahlreichen Neu-Isenburger Wäschereien zum Bleichen der Wäsche. Weitere Informationen zur Neu-Isenburger Stadtgeschichte sind auf den Informationstafeln im Bansapark nachzulesen.
Der Streckenabschnitt Neu-Isenburg des Hugenotten- und Waldenserpfades endet am Mühlgraben, wenige Meter östlich der Bansamühle.